Einführung
Aminomodifiziertes Silikonöl zum Färben und Veredeln von Textilien ist ein kationisches weichmachendes Appreturmittel auf Silikonbasis, das auf einem mit Aminopropylgruppen (-CH₂CH₂CH₂NH₂) oder anderen Aminogruppen modifizierten Polysiloxangerüst basiert. Es ist das am weitesten verbreitete und leistungsstärkste handmodifizierende Material in der Textilfärbe- und -veredlungsindustrie.
Das Produkt verfügt über eine Polysiloxan-Hauptkette (-Si-O-Si-) und bietet eine extrem niedrige Oberflächenspannung (20–25 mN/m) und hervorragende Gleitfähigkeit. An Seiten- oder Endketten eingeführte primäre, sekundäre oder tertiäre Amingruppen verleihen der Faser eine starke Affinität, eine reaktive Vernetzungsfähigkeit und einen kationischen Charakter. Es bildet einen gleichmäßigen, haltbaren und flexiblen Silikon-Molekularfilm auf verschiedenen Naturfasern, synthetischen Fasern und deren Mischgeweben, wodurch der Reibungskoeffizient zwischen den Fasern erheblich reduziert wird und ein weiches, glattes, volles und elastisches Handgefühl entsteht. Es bietet außerdem mehrere Funktionen, darunter antistatische Eigenschaften, Antifouling, verbesserte Vernähbarkeit und Farbstoffechtheitsschutz.
Als zentrales Funktionshilfsmittel in der modernen Textilveredelung wird es als farblose bis hellgelbe transparente viskose Flüssigkeit oder stabile Öl-in-Wasser-Mikroemulsion geliefert. Es zeichnet sich durch eine extrem niedrige Dosierung (0,5–3 % owf), eine bemerkenswerte Wirkung, eine hohe Prozessanpassungsfähigkeit und ein hohes Preis-Leistungs-Verhältnis aus. Es wird häufig zum Färben und Weichmachen in einem Bad, zur Nachfärbung, zur Harzveredelung in einem Bad und zur funktionellen Verbundveredelung von Baumwolle, Leinen, Seide, Wolle, Polyester, Polyamid, Acryl, Elasthan sowie deren Misch- und Verflechtungsstoffen verwendet.
Im Hinblick auf die chemische Zusammensetzung und die strukturellen Eigenschaften liegt die Kerntechnologie in der präzisen Kontrolle der Einführungsmethode, Position, Menge und Molekulargewichtsverteilung der funktionellen Aminogruppen.
Die Silikonbasis ist lineares oder leicht verzweigtes Polydimethylsiloxan mit einem Polymerisationsgrad (DP) typischerweise zwischen 50 und 500 und einem Molekulargewicht von 5.000–100.000 Da, was für geeignete Viskosität (100–50.000 mPa·s bei 25 °C) und filmbildende Eigenschaften sorgt. Durch die Aminomodifikation werden stickstoffhaltige Gruppen wie Aminopropyl-, N-β-Aminoethyl-γ-aminopropyl- und Cyclohexylaminogruppen über Hydrosilylierung (Si-H + CH₂=CHCH₂NH₂ → Si-CH₂CH₂CH₂NH₂) oder Kondensationsreaktionen in Seiten- oder Endketten eingeführt. Der Aminwert wird innerhalb von 0,1–1,5 mmol/g kontrolliert: Ein höherer Aminogehalt verbessert die Faseraffinität und sorgt für einen volleren, glatteren Griff, erhöht jedoch das Vergilbungsrisiko und verringert die Beständigkeit gegen Alkali/hartes Wasser.
Die Kationizität wird durch Aminoprotonierung (-NH₃⁺) erreicht und ermöglicht eine starke elektrostatische Adsorption und Selbstdispersion auf negativ geladener Zellulose, Protein und synthetischen Fasern in sauren bis schwach sauren Färbebädern (pH 4–6). Ohne zusätzliche Emulgatoren können stabile Mikroemulsionen mit einer Partikelgröße < 100 nm gebildet werden, die ein charakteristisches farbloses bis hellgelbes transparentes Aussehen aufweisen.
Basierend auf der Art und Position der Aminogruppe wird es in Seitenketten-Aminosilikonöl (Aminzahl 0,3–0,8 mmol/g, ultraweicher Griff), terminales Aminosilikonöl (Aminzahl 0,1–0,3 mmol/g, geringe Vergilbung), Diamino-modifiziertes Silikonöl (Seitenkette + terminal, ausgezeichnete Gesamtleistung) und tertiäres Amin/quaternäres Ammonium-modifiziertes Silikonöl (geringe Vergilbung, antibakteriell) eingeteilt.
Der Funktionsmechanismus kombiniert Oberflächenschmierung, erweichende Plastifizierung, reaktive Vernetzung und elektrostatischen Schutz.
Zu unseren Hauptprodukten gehören Polyaluminiumchlorid, Aluminiumchlorhydrat, Polyeisensulfat, biochemische Bakterien, Polyacrylamid-PAM und Entfärbungsmittel.